KEINE ZENSUR, ABER FREIGABE AB 17 MUSS SEIN

Phil Schiller äußert sich persönlich zu angeblicher Wörterbuch-Zensur

John Gruber ist in der Blogosphere ein bekannter Name - und sein Blog Daring Fireball wird offenbar auch in der Apple-Chefetage gelesen. Phil Schiller äußerte sich persönlich gegenüber Gruber zu dem Vorwurf, Apple befürworte Zensur bei einem Wörterbuch. Vielmehr seien die Entwickler selbst aktiv geworden, um eine hohe Altersfreigabe zu vermeiden und noch vor der Einführung des iPhone OS 3.0 in den App Store zu kommen.
Das deckt sich durchaus mit Berichten über andere Anwendungen, denn auch in anderen Ablehnungsschreiben wurden Entwickler auf das iPhone OS 3.0 und die mit der Version eingeführten Altersfreigaben für Anwendungen hingewiesen. Apple bestand in den Fällen lediglich auf der Freigabe ab 17. Die Altersfreigabe wird zunächst vom Entwickler festgesetzt und dann gegebenenfalls von den App-Store-Prüfern korrigiert.
Laut Schiller befinden sich in Ninjawords, welches auf Wiktionary.org basiert, Slang-Begriffe, die in "normalen" Wörterbüchern, wie dem, welches Mac OS X beiliegt, nicht vorkommen. Dies sei der Grund für die Ablehnung gewesen, der Entwickler habe dann einige der Begriffe entfernt, um noch vor dem OS 3.0 auf dem Markt zu sein. Wiktionary sei außerdem ein Wörterbuch, dass sich ständig verändere.
Allerdings enthält Ninjawords ein Abbild der Wiktionary-Datenbank, greift dazu also nicht auf das Web zu. Andere Wörterbücher dürften ebenfalls nach und nach die höchste Alterseinstufung bekommen. Laut den Ninjawords-Entwicklern von Matchstick waren die Prüfer aber spezifisch und haben Wörter wie fuck genannt. Ähnliches weiß der Entwickler von Qingwen zu berichten. Natürlich muss man auch bei Qingwen die bösen Wörter erstmal kennen, bevor man sie finden kann.
Möglicherweise gehen die Prüfer auch nur übervorsichtig vor; festzuhalten bleibt, dass Apple zwar nicht zensiert, aber die harte Altersfreigabe für Wörterbücher und Webapplikation zumindest zweifelhaft ist. Immerhin ist es ein positives Zeichen, dass sich Schiller selbst dazu geäußert hat.

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