DEUTSCHE VERLEGER PROBEN DEN AUFSTAND
Ebnet Apples Marktmacht den Weg zur Informationskontrolle?
Apple hat sich jüngst mit seiner Praxis, unliebsame iPhone-Apps weitgehend kommentarlos aus dem App Store zu entfernen, nicht gerade beliebt gemacht. Jetzt fordert der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger das Unternehmen auf, seine Rahmenbedingungen anzupassen.
In einem Interview mit dem Magazin Der Spiegel befürchtet VDZ-Geschäftsführer Wolfgang Fürstner, dass er die Zensur aus Cupertino für gefährlich halte. Eine App des Springer Verlages, die das Entkleiden einer Frau mittels Schüttel-Bewegung zum Inhalt hat, wurde aus dem App Store entfernt, da sie nicht mit Apples „no-nipple-policy“ in Einklang zu bringen war. Zwar sei das an sich noch nicht sonderlich aufregend, aber es gehe ums Prinzip.
Was heute noch als harmlose Verhüllung nackter Brüste anfange, könne morgen bereits in die Zensur gesellschaftlicher und politischer Themen umschlagen. Aus Angst vor genau dieser Entwicklung hat der VDZ nun den Weltverband der Verleger (International Federation of the Periodical Press, FIPP) gebeten, sich bei Apple für die Belange stark zu machen. Hätte man dort rechtzeitig, also vorher, klare Regeln bekannt gegeben, welche Inhalte gewünscht sind und welche nicht, wäre das alles halb so schlimm, so Fürstner. Diese nachträglichen, kaum nachvollziehbaren Löschungen grenzten aber an Zensur.
„Gegen Willkür und die Ausnutzung von Marktmacht helfen irgendwann nur Gerichte“. Zukünftig sollten Verlage sich vorher genau überlegen, zu welchen Konditionen sie sich auf ein derart einflussreiches Unternehmen, einlassen. Nachdem Google für sein Angebot an urheberrechtlich geschützten Werken im Internet bereits kräftig gescholten wurde, muss jetzt Apple um die Sympathie der schreibenden Zunft bangen.

Kommentare
Nackte Brüste werden mit gesellschaftlichen und politischen Themen verglichen... Ha ha, danke Herr VDZ-Geschäftsführer Wolfgang Fürstner für diese journalistische Aufklärung. Das ist nun wahrlich keine Meisterleistung eines Schreiberlings. Hat das irgendetwas mit Journalismus zu tun? Aber 'Bunte' z.B. hat ja auch so seine eigenen Methoden.
Und da schreien doch gleich wieder die Katholikenfürsten und fürchten wieder verirrte Schutzbefohlene ob solcher Zurschaustellung.....
Verkaufen sich ihre Blätter nur noch mit nacktem Fleisch?? Dann gute Nacht... Oder alles wegen Anzeigenverkäufen? Dann sie die es womöglich in Schuld....
Die Verlage sind nur deswegen angepisst, weil ihnen beim Verbot von Nacktbildern die Aufhänger für ihre ansonsten eher dürftigen Produkte flöten gehen. Deshalb ist dieses Deppenlamento von wegen "heute Titten, morgen Berichte" völlig durchsichtig und lächerlich. Als wenn gerade Apple für politische Zensur stehen würde und nicht in Wahrheit die Verlage selbst ständig die vorauseilende Schere bei bestimmten Themen im Kopf haben.
Hallo Leute, Ihr habt zwar zum Teil recht, dass man die nackten Tatsachen nicht unbedingt braucht, aber ich lebe derzeit in Dubai und da bekommt man hautnah mit was Zensur heisst. Das betrifft nicht nur das Bild-Mädel.
Ihr könnt euch nicht vorstellen was es heisst hier einen Focus oder Stern zu kaufen, in dem zum Beispiel ein Bericht über die menschliche Haut enthalten ist. Das war glaube ich letztes Jahr eine Serie von denen. Fast alle Abbildungen von Menschen waren mit einem dicken Filzstifft übermalt. Man konnte die Seiten kaum auseinanderkriegen. Und das kam nicht von angetrockneten Spuren einer anderer Flüssigkeit sondern nur vom Filzstift.
Ich finde es gerade auch im Hinblick auf das bevorstehende iPad [das ich als im Ausland lebender Deutsche unbedingt haben will, um möglichst viele Magazine ( macLife bitte schnellstmöglich auf iPad verfügbar machen ) endlich erstens zeitnah und zweitens unzensiert lesen und geniessen zu können] bedenklich auf jede Form von Zensur zu setzen. Besser wäre es eine entsprechende Rubrik 18+ einzurichten.
Und dabei geht es mir nicht um irgendwelche Schundblättchen. Aber wir alle sollten bedenken: Sex sells. Das ist nun mal fakt.
Gruss aus der Wüste.
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